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Ein Hochhaus im Zentrum der Stadt, unzählige Fenster, in denen sich die Sonne spiegelt und ein großes grünes Zeichen an einer der Hochhausseiten, das symbolisiert:

”Hier ist die Natur zu Hause.”

Im Inneren des Riesen wachsen Obst, Gemüse, Algen und vielleicht gibt es in so einem Komplex sogar Viehzucht. Wenn man jetzt noch schwebende Autos und unnatürliche Architektur einbaut, ist das Bild der “Welt von morgen” perfekt.

“Farmscrapers” und “Vertical Farming”.

Diese Begriffe beschreiben Versuche, genau so einer Utopie näher zu kommen.

Aber was steckt hinter “Vertical Farming” - zu deutsch: ”Vertikale Landwirtschaft”-

Welche Vor- und Nachteile hat das Ganze und wie “wirklich” ist die Idee heute schon?

Die ersten theoretischen Ansätze sind nun gut 18 Jahre alt. Kaum volljährig sehen wir auch in Deutschland die ersten ernstzunehmenden Versuche, vertikale Farmen zu etablieren.

Die Gründe dafür: Die neuen Anbauarten sind für Lagerhallen und große Komplexe gedacht. Sie kommen ohne Pflanzenschutzmittel aus, sind also Bioprodukte und gesund für Mensch und Tier.

-So zumindest die Theorie-

Durch die genaue Kontrolle und die Überwachung der Umgebungsverhältnisse, sollen die Pflanzen unbehelligt von möglichen Schädlingen reifen und gedeihen können. Auch das Wetter wird gerade in Zeiten von globaler Erwärmung und stärker werdenden Wetterlaunen einfach ausgeschlossen.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Dazu wird gerne auf die Wasserversorgung hingewiesen. Durch Hydrokulturen soll nur ein Bruchteil des Wassers verbraucht werden, das konventionelle Landwirtschaft benötigt. Nach Angaben des Chefs von Aerofarms, der momentan größten Vertical Farming Firma Amerikas, 95% weniger um genau zu sein.

Letztendlich bringen Befürworter auch an, dass Ressourcen und das Land selbst geschützt werden, indem durch vertikale Farmmöglichkeiten keine Versalzung, keine Entwaldung und auch kein Nährstoffentzug aus dem Boden gefördert wird.

Es klingt fast zu gut um wahr zu sein und momentan sind gewisse Zweifel gerechtfertigt.

So schön das alles für den Otto-Normalverbraucher klingt, aber es gibt  kritische Stimmen, die auf Nachteile hinweisen. Während Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien ausgeschlossen sind, gibt es Leute die sich Sorgen über multiresistente Keime machen, da bei (fast) steriler Umgebung, die ab einer gewissen Größe wahrscheinlich gewährleistet werden muss, der gleiche Effekt, wie in Krankenhäusern auftreten kann. Keime werden resistent und dadurch sehr gefährlich.

Außerdem sind die Kosten eines solchen Betriebes momentan noch so hoch, dass auch der Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen müsste. Nicht, dass etwas angemessenere Preise für Lebensmittel etwas schlechtes sind, aber bisweilen regt man sich doch immer noch herzlich gerne über steigende Preise auf.

Neben (wahrscheinlich) fehlenden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, könnte solch “reines” Essen auch für eine weitere Entlastung unseres Immunsystems führen. Das spielt allerdings schon jetzt merklich verrückt und bildet Allergien. Was passiert also wenn auch noch der letzte Kohlkopf keinerlei Herausforderung mehr bereit hält?

Die Treibhausgase, die durch den Transport von Lebensmitteln vom Land in die Stadt verursacht werden, verringern sich zwar durch Farmstationen in urbanen Ballungsgebieten, momentan ist ein solches Produkt aber noch viel zu energieintensiv und die Möglichkeiten, selbst Energie zu erzeugen sehr begrenzt.

Somit ist das Argument der Umweltschonung nur bedingt zulässig und auch der Bau einer solchen Anlage ist bisweilen mit hohen Kosten verbunden, was eine Zuzahlung von externen Investoren voraussetzt. -zumindest in den meisten Fällen-

Die Abhängigkeit von Großkonzernen ist fast vorprogrammiert.

Welches Fazit kann man jetzt nach all dem ziehen?

Ist Vertical Faming die Zukunft der Landwirtschaft?

Ich weiß es nicht.

Momentan allerdings, ist sie maximal ein schöner Zusatz. Es hat die Möglichkeit in angemessenem Maße, die konventionelle Landwirtschaft zu unterstützen und ist eventuell sogar in der Lage, schwere Aufgaben abzunehmendie der konventionellen Landwirtschaft Probleme bereiten, sodass sich Landwirte auf ihre favorisierten Aufgaben konzentrieren können.

Nichtsdestotrotz ist die Technik, die man für einen “Farmscraper” - oder Farm-Hochhaus – braucht, bei weitem noch nicht genügend ausgereiftum mehr als einen Zusatzdienst zu leisten…Oder?

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