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Es herrscht Weltuntergangsstimmung.

Das Öl wird knapp, die Erde ertrinkt durch die fortschreitende Klimaerwärmung und durch multiresistente Keime ist der Mensch in Gefahr. -Und zwar seit Jahren- Über all das wird gerne und immer wieder berichtet. Dass sich seit längerem ein ganz anderer Notstand anbahnt, wissen dagegen nur die Wenigsten.

Auch wenn dem Thema, in den letzten Jahren, bereits ein paar Artikel gewidmet wurden, passiert das doch meistens in wissenschaftlichen Arbeiten, oder für stark eingeschränktes Publikum.

Die Rede ist hier von Phosphor. Oder besser gesagt: Der Phosphorknappheit. Nicht nur, dass dieses Element manchmal in Elektronik seinen Platz findet, es ist auch, bekanntermaßen, einer der wichtigsten Nährstoffe in heute benutzten Düngern. Ach und noch eine Kleinigkeit. 

Phosphor ist die Grundlage allen Lebens.

Egal ob in unserer Haut, in unseren Zellen, in unserer DNS, es kommt überall vor und ist lebensnotwendig für das Entstehen von Lebensformen. Was macht man also, wenn der Strom dieses wichtigen Bausteins langsam versiegt?

Momentan gibt es 3 Länder, die große erschlossene Phosphorvorkommen vorweisen können:

Marokko,

China

und die USA,

vom größten zum kleinsten Vorkommen in dieser Reihenfolge, haben Zugang zu einer größeren Menge Phosphat-Erz, aus dem Phosphor gewonnen wird. Doch auch diese Vorkommen sind sehr begrenzt und die Erschließung und Verarbeitung ist kostspielig.

Je nachdem, welchen Experten man fragt, reicht der Vorrat noch für 90-400 Jahre, wobei die Schätzungen, die sich im dreistelligen Bereich befinden darauf bauen, dass noch weitere Vorkommen gefunden werden, oder sich neue Verarbeitungs- und Recyclingmöglichkeiten etablieren. Welche Möglichkeiten gibt es also, das Ausbleiben dieser Ressource zu vermeiden, oder es zumindest hinauszuzögern, um mehr Zeit zu haben, eine neue Lösung zu finden?

Momentan gibt es 3 große Hoffnungen in dem Bereich.

Das Offensichtlichste zuerst. Die Düngerproduktion verzeichnet 85% des weltweiten Phosphorverbrauchs, allerdings nehmen behandelte Pflanzen nur bis zu einem ⅓ des ausgebrachten Elements auf. werden demnach vom Feld geschwemmt und landen in Flüssen und Meeren, werden “unbrauchbar” im Boden zwischengelagert, oder werden durch die Entsorgung menschlicher Abfälle, in denen sich auch Phosphor finden lässt, nicht sachgemäß an die Natur zurückgegeben. Präzisere Düngemaßnahmen sind also ein erster kleiner Schritt, umsichtiger mit dem Thema umzugehen.

Daneben wird nach besseren Recyclingoptionen geforscht, obwohl es momentan keinerlei Möglichkeit gibt, Abfälle und Unrat so zu behandeln, dass sich keine Nebenstoffe dem Phosphor anschließen, die dafür sorgen, dass Pflanzen den Phosphor nicht mehr verwerten können.

Desweiteren gibt es erste Projekte, in denen versucht wird, die Überproduktion von Algen in befallenen Gewässern, zum Vorteil der Landwirtschaft zu benutzen. Da viele Düngemittel vom Feld gespült werden und in Flüssen und Meeren landen, steigt die Algenproduktion an diesen Stellen maßgeblich an, sodass anderes Leben verdrängt wird.

Könnte man den dort abgelagerten “Dünger” wiederverwenden, so würde man dem Verlust dieser Ressourcen entgegenwirken. Es gibt bereits Anzeichen, dass die Düngung mit phosphorreichen Algen möglich und wirksam ist, um den Lebensgrundbaustein wieder aufs Feld zu bekommen und gleichzeitig die Gewässer zu bereinigen.

Ein dritter Versuch ist etwas komplizierter. Es gibt ganz bestimmte Pilzarten (Glomeromycota), die seit Jahrtausenden Symbiosen mit den Wurzeln von Pflanzen eingehen und deutlich mehr Phosphor aus dem Boden aufnehmen können, als jede Wurzel es könnte. Somit vergrößert sich der Aufnahmeradius für Phosphor im Boden um ein Vielfaches.

Pflanzen, die eine solche Symbiose eingehen, können also effektiver den ausgebrachten Dünger aufnehmen und verhindern somit den starken Überschuss an unverbrauchten Phosphor, der vom Feld weggetragen wird - Zumal allgemein gar nicht erst so viel gedüngt werden muss.

Doch dieser Pilz hat noch eine weitere erstaunliche Fähigkeit. Während Kulturen nur “reinen” Phosphor verarbeiten, hat diese spezifische, sogenannte “Mykorrhiza” die Möglichkeit, auch den festgelegten “unbrauchbaren” Anteil anzuzapfen.

Und weil das noch nicht genug Vorteile sind, verringert sich auch die Gefahr, dass der eigene Bestand von schädlichen Pilzarten befallen wird.

Es gibt also bereits erste Versuche, den vom Menschen unterbrochenen Kreislauf wieder in Stand zu setzen. Und es gibt definitiv Menschen, die sich der möglichen Katastrophe bewusst sind. Ob man nun bald Kulturen mit Pilzen versetzt, Algen als Dünger nutzt, oder den Kreislauf wiederbelebt, indem man aus den Städten alles zurück aufs Feld bringt, bleibt jedoch abzuwarten.

Klar ist allerdings auch, dass nichts davon eine endgültige Lösung sein kann. Es gibt uns nur mehr Zeit, um nach einem wirklich nachhaltigen Ansatz zu suchen.

Definitiv interessant ist die Frage, was heimische Landwirte darüber denken, oder welche Punkte unbeobachtet bleiben.

 

Haben Sie eine Meinung dazu? Dann lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

Bildmaterial zur Verfügung gestellt von McGee. Übernommen aus der Agrar- und Agrarlebensmittel Website  www.agr.gc.ca

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