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Große Industriehallen. Riesige Schlagflächen. Niedrige Preise und keinerlei Kontakt zum Endkunden.

Die Landwirtschaft ist trotz veraltetem Bild in der Gesellschaft ständig im Wandel.

Genau diese Veränderung ist allerdings nicht immer das Gelbe vom Ei. Der Landwirt ist den Marktbedingungen heute oft unterlegen und versucht dem gerecht zu werden, was eigentlich ungerecht ist.

Mittlerweile gibt es aber Versuche, dem entgegenzutreten. Die Rede hier ist von der sogenannten SoLaWi. -der solidarischen Landwirtschaft- Die Regeln sind schnell erklärt: Ein Landwirt gründet einen Verein, oder eine Gemeinschaft und sucht nach Mitgliedern.

Diese Mitglieder zahlen einen festen Monatsbeitrag und bekommen im Gegenzug einen Teil der Ernte, den sie entweder gleich auf dem Hof abholen, oder in einem Depot in der jeweiligen Stadt/ in dem Dorf, in dem sich die Mitglieder befinden.

Doch damit noch nicht genug. Die Mitglieder werden auch über Pläne informiert und haben, je nach Vereinbarung, ein Mitspracherecht bei der Fruchtfolge.

Warum sollte ein solches System existieren und wer profitiert davon?

Beteiligte Landwirte haben zuallererst eine gewisse Planungssicherheit. Es gibt ein planbares Einkommen, dass im Hinblick auf nötige Ausgaben besprochen werden kann und da die Verträge im Normalfall für ein Jahr gelten, kann man sich auch darauf verlassen.

Außerdem verschafft es den Zugang zu den eigenen Kunden. Auf Diskussionen eingreifen, seinen Standpunkt erklären und ins Gespräch kommen. - All das wird möglich.

Einer der Gründe, der aber am häufigsten von Landwirten genannt wird, die das System verfolgen, ist das Ausschalten des Marktes. Landwirt und Mitglieder entscheiden gemeinsam, was ein angemessener Preis sein sollte und welche Preise nötig sind, um eine nachhaltige Bewirtschaftung gewährleisten zu können, um zum Beispiel auf bestimmte Zusätze, Pflanzenschutzmittel, oder sonstiges zu verzichten.

Auch zusätzliche Arbeitskraft kann vereinbart werden. Gerade kleinere Betriebe haben freiwillige Arbeitstage, an denen die Mitglieder bei der Arbeit auf dem Schlag, oder in einem kleineren “Garten” helfen und den Umgang mit den Pflanzen lernen.

Damit wird auch schon der erste Vorteil für die Mitglieder ersichtlich. Das Mitbekommen von Wissen.  Etwas über die Funktionsweisen, die Bedürfnisse und den Ursprung Ihrer Lebensmittel zu lernen ist ein durchaus legitimer Grund eine Mitgliedschaft einzugehen.

Um diesen Punkt besonders zu erfüllen, gibt es auch Landwirte, die Ihren Mitgliedern kleinere Schulungen anbieten. Ansonsten ist natürlich das, in gewissem Maße vorhandene, Mitspracherecht eine willkommene Kontrolle über die eigene Ernährung, die mit einem guten Gewissen dankt.

Allerdings ist die Vorbereitung, die Planung und die Absprache mit den Mitgliedern, auch mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden, da die Option beworben werden will und eine gute Pflege elementare Voraussetzung für eine lange Zusammenarbeit darstellt.

Letztlich muss geklärt werden, ob das Modell der solidarischen Landwirtschaft auch in größerem Umfang funktional ist. Das bezieht sich sowohl auf die Mitgliederzahl, als auch auf die Größe der bestellten Fläche.

Sind diese Fragen aber geklärt, kann die solidarische Landwirtschaft sicherlich ein schöner Zusatz, zum normalen Vertriebsweg sein. Sie kann auch mit zusätzlichen Vorkehrungen den Einfluss des Marktes komplett aushebeln, um immer direkt mit den Abnehmern zu sprechen und angemessene Preise für Pflanzen, aber auch Fleisch und Eier zu finden, mit denen beide Seiten zufrieden sind.

Was halten sie von Verträgen mit Ihren Kunden?

Eine gute Idee, oder wird das Leben unnötig verkompliziert?

Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

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